About me

Nelly with 2 Rajasthani women

I’m a French artist. After having studied linguistics and didactics of languages, I worked for long years as a teacher and teacher trainer in France, Germany and Africa. The years I passed in Africa have strongly marked my sensibility and my vision of the world. I learnt to look at the world around her, to look behind the appearances, to see the essential. So I began to dedicate myself more and more to the artistic creation. In a way I went from words to images. Back in Europe I finally made the step and studied arts at the Academy of fine Arts in Versailles. After that I lived in Munich working as an artist, showing my works in exhibitions in Germany, France and Italy .

In 2007 I moved to India and the new strong impressions and images came like a shock to me, opened a new visual word and further stimulated my artistic creativity. My wish is that my paintings should touch the spectator without showing him everything. They should leave room for his own sensibility. It’s not the details or the features of my persons which are important but the destiny that is waiting for them, or in other words, what is “behind the appearances.” In his famous book “The little Prince” the French author Antoine de Saint-Exupery makes his hero say: “On ne voit bien qu’avec le coeur, l’essentiel est invisible pour les yeux” (“It’s only with the heart that you really see. The essential is invisible for the eyes”).
The role of the artist is to make the essential visible and I have made of that sentence the guiding principle of my work.

Ma vision du monde et ma création artistique sont fortement marquées par ces années passées en Afrique et en Inde et par les nombreux voyages que j’ai entrepris, notamment jusqu’en Antarctique où j’ai pris part, à bord de « Golden Fleece », le voilier d’un ami, à plusieurs expéditions, des  Falkland Islands aux Îles Shetlands du Sud et à la Péninsule Antarctique en passant par la Géorgie du Sud.

Là-bas, montagnes,  glace, mer et ciel forment un univers impitoyable de couleurs froides.
Je veux, avec mes peintures emmener le spectateur sur mes chemins de découverte: partout autour de moi, s’offrent des formes, des lieux, des scènes « pittoresques », c’est-à-dire « dignes d’être peints ». À moi de savoir prendre de la distance pour regarder « behind the appearances ».

Ich bin Mitglied vom BBK (Verband Bildender Künstler in Bayern) und der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK).
J’ai exposé mes peintures en France, en Italie, en Allemagne et en Inde. Nombre de mes tableaux se trouvent dans des collections privées en Allemagne, en France et un peu partout dans le monde.

Rede zur Eröffnung der Ausstellung von Nelly Meignié-Huber am 7.10.2005, KOKON, München

von Elmar Zorn, promovierter Kunst- und Literaturhistoriker und Ausstellungskurator.

Das Reisen ist in der Zivilisationsgeschichte der Menschheit immer die wichtigste kulturelle Fortbewegung gewesen. Der Handel mit Waren und Gedanken, der Austausch von Wissen und Kunstfertigkeit haben die Evolution der Weltkulturen geprägt, von Marco Polo über Alexander von Humboldt zu Antoine de Saint-Exupéry und Bruce Chatwin. Heute freilich sind wir an einem Wendepunkt angelangt. Wenn das konstituierende Element des Reisens, die freie Bewegung, wegfällt, wie dies zunehmend in Reglementierungen wie Erlebnis- und Freizeitparks geschieht, hat auch das Unerwartete, Unvorhergesehene, Zufällige keine Chance mehr. Aus komplexer Wahrnehmung des Fremden wird einseitiger kommerzieller Konsum. Aber auch die Reisen an die sog. Originalschauplätze der fremden Länder  werden zu Absolvierungen gelenkter Klischeevorstellungen, zumal wenn durch Nivellierung von kultu- rellem Unterschied und Vielfalt im Zuge der Globalisierung Reisen zu einer geradezu virtu- ellen Erfahrung wird. So wie uns seit langem die dramatische Steigerung von Fluten und Wirbelstürmen vorhergesagt wurde, so steht uns jetzt der erwartete Exodus von Afrikanern nach Europa bevor. Diese Warnmeldung hat heute morgen die UNO herausgegeben. Schließlich hat der internationale Terrorismus ein Übriges geleistet um die uralten Träume vom irdischen Paradies, vom Garten Eden und vom fernen, doch erreichbaren Eldorado in ihr grausiges Gegenteil zu verkehren. 

Gegenüber einem solchen Szenario muten Vergegenwärtigungen von fremden Ländern und Kulturen durch Ausstellungen wie dieser hier erst einmal merkwürdig altmodisch an. Aber das ist ja gerade die Vision solcher Programme, wie sie von Helmut Ronstedt in der Galerie der Kulturen des KOKON Waren- und Kulturhauses herbeigeführt werden: Widerstand zu leisten gegen die Reduktion, gar Auslöschung der reichen und bunten Erfahrungswelten, wie es sie immer noch in Fülle gibt, trotz aller ökologischen und mentalen Zerstörungen und Verarmungen. Insofern reflektieren die Afrika-Filme über Tanja Blixen und der Erfolg der Filme „Der englische Patient“, „Jenseits von Afrika“ und jüngst „Die weiße Massai“ die Mobilisierbarkeit unserer Afrika-Sehnsucht.

Mit der Ausstellung des jüngsten Werkzyklus von Nelly Meignié-Huber hat Ronstedt einen Volltreffer gelandet. Denn diese französische Künstlerin, Absolventin der Kunstaka- demie Versailles, hat gleich zwei Qualitäten einzubringen: die einer Malerin, die über die gesamte Palette der Ausdrucks-möglichkeiten ihres Genres kompetent verfügt und die einer Frau, die Afrika kennt wie wenige Europäer, da sie 10 Jahre in Afrika gelebt und dort ihre Kinder aufgezogen hat, den Busch also gewissermaßen immer noch in sich trägt.

Nun macht es den Reiz dieser Ausstellung aus zu entdecken, wie Nelly Meignié-Huber den Busch Ostafrikas -als Landschaft, als Tierwelt, als Lebensraum der Massai – festgehalten hat, ausgelöst durch eine letztjährige zweiwöchige Reise mit ihrer Münchner Familie, die ihre alte Welt wieder aufbrechen ließ. Und es ist nicht schwer für den Betrachter zu bemerken,  dass sie ganz andere Eindrücke gestaltet hat, als die uns üblicherweise vor Augen geführten Bilder dies vermögen, ob als Tode fotografierten Idyllen oder als kontextbereinigten Greuelszenen des Völkermords.

Die Künstlerin fertigt eben keine einschlägigen Tafelbilder an, sondern übersetzt mit großem Respekt und akzentuierter Thematisierung die Nomadenkultur der Massai in ihr künstleri- sches Trägermedium. Sie präpariert grobes braunes Leinen und trägt auf die oft kunstvoll zerknitterte Oberfläche ihre Farben so dünn auf, dass das fertige Werk rahmenlos und leicht zusammenrollbar mitgenommen werden kann. Diese Verbeugung vor dem Prinzip des Ein-fachen in der nomadischen Kultur würde sich übrigens auch im Europa der Zukunft dringend empfehlen angesichts der horrenden Transportkosten von gerahmter und versiegelter Malerei, wie ich sie gerade wieder vor wenigen Wochen erleben durfte, als ich eine Ausstellung in Moskau mit Bildern aus Köln zu organisieren hatte.

Dass das Nomadische von uns nur als das Flüchtige wahrgenommen werden kann, das wir Sesshaften nur in der Ausnahmesituation der Reise überhaupt zu registrieren imstande sind, und uns daher die Kultur der Massai fremd bleiben wird, dafür hat die Künstlerin auf höchst bemerkenswerte Weise Ausdrucksformen gefunden. So bleiben die Gesichter der afrikani- schen Frauen leer und unscharf, als ein kundiger Hinweis auf den Irrtum, den wir begehen, wenn wir in scharfen Gesichtszügen glauben Merkmale einer Identität oder biographische Informationen ablesen zu können. Und ein weiteres Gestaltungselement verdeutlicht, dass man es nicht nur mit einer virtuosen Kunstausstellung zu tun hat – die aber genauso gut in einer der wichtigen Profi-Galerien Münchens gezeigt werden könnte – sondern mit einer bebilderten inhaltlichen Auseinandersetzung bezüglich einer fremden Kultur. So überzieht Nelly Meignié viele ihrer Bilder mit schablonenartigen Spuren, Strichen und Gittern – Hinweise auf den Brauch der Massai, ihre jeweiligen Lagerstätten mit Dornenbüschen schützend zu umgeben.

 Oder Sie werden auf einer der Werke Schuhspurenmuster entdecken. Das ist eben nicht nur ein sich schön einfügendes formales Stück ornamentaler Fantasie, sondern ganz konkret eine Hommage an den graziös federnden Gang der Massai, der durch die Art ihres Schuhwerkes mit befördert wird. Die Schuhe sind rund, weil sie aus alten Autoreifen herausgeschnitten wurden. Die Verschwisterung von Anmut und Armut haben eine einleuchtende Versinnlichung in einem künstlerischen Bild erhalten.

Wenn uns die Künstlerin zu Zeugen von einer der touristisch begehrenswertesten Fotsafari-Szenen macht, nämlich dem Akt des Zerreißens eines Beutetieres durch Löwen, so führt sie uns in einem paradoxen Verfahren die Ferne einer wie herbei gezoomten  Nahaufnahme vor, indem sie, wie in dem Bild „Löwenfraß“, die Ferne der Nähe durch die Auflösung ins fast Abstrakte gestaltet. Alle diese Eindrücke von Undeutlichkeit, von Dichte und von Untrenn- barkeit  zwischen Busch, Elefantenherde, Schafherde, rot gewandeten Hirten, Flamingo- schwärmen und Seegras bauen eine Welt auf, die gerade nicht etwa enthüllt und vorgeführt wird, sondern die ihre Geheimnisse behalten darf, weil man sich ihr nicht nähern kann und darf. Mit wenigen Pinselstrichen der Andeutung zaubert die Künstlerin eine Atmosphäre, einen Assoziationsraum herbei, der erfüllt ist von der Eleganz der Bewegungen der Körper, und nimmt entschieden Partei für die Positionen der fremden Kultur. Sie lässt etwa die Massai-Frauen durch die frontale Drehung der Köpfe den Betrachter gewissermaßen anglotzen., wie dieser es seinerseits tun würde. Oder sie erfindet den Bilderwitz eines Foto- automaten für Massai-Porträts, um vor Augen zu führen, dass Identität bei den Massai nicht behördlich registrierbar ist, sondern nur im Verband der Familie, des Dorfes, des Stammes. So entfaltet also und verhüllt sich in programmatisch schlichter Darstellung eine archaische Welt am Rande der modernen Zivilisation, wie wir es thematisiert in dem Bild mit den Gehenden am Rande der Asphaltstraße erkennen können. Angesichts solcher Anschauungen darf sich der Betrachter fragen, ob vielleicht nicht er am Rande steht vor einem verborgenen Mittel- punkt, vor einer Welt, die sich Eindringlingen zu entziehen pflegt, uns aber dennoch eine Ahnung davon vermittelt, was wir hier in Europa inzwischen allesamt verloren haben: die Anschauung vom Wesen und vom Sinn der Natur.